Nach 50 Jahren "Bildungshaus St. Michael" seit 2014 "Bildungsforum Sankt Michael" in neuen Räumen.



Da sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Zahl der katholischen Christen in Kassel insbesondere durch den Zuzug von vielen Heimatvertriebenen erheblich gesteigert hatte, erhielt im Jahr 1957 die „Gesellschaft vom Katholischen Apostolat“ (SAC) -kurz Pallottiner genannt-von der Diözese Fulda die Beauftragung, im Bereich des Auefeldes eine neue Pfarrgemeinde aufzubauen.


Daraufhin übernahmen ab 1958 die Pallottinerpatres P. Leo Hug SAC, später P. Bernhard Pieler SAC und dann ab Dezember 1960 P. Josef Bothe SAC diese Aufgabe. Dabei wurde von Beginn an daran gedacht, nicht nur eine Kirche und ein Pfarrhaus zu errichten, sondern auch ein „Schulungsheim“ zu erstellen, in dessen Begegnungsräumen kirchliche Tagungen und Konferenzen, aber ebenso Schulungen und Exerzitien durchgeführt werden konnten. In den Pfarrgemeinden gab es zu diesem Zeitpunkt nur wenige, meist kleine Räumlichkeiten.


Den Architektenwettbewerb, den die Diözese Fulda dann 1958 ausschrieb, gewann der Architekt Armin Dietrich aus München. Nach seinen Plänen, die im Laufe der Bauzeit allerdings mehrfach geändert wurden, entwickelte sich zwischen 1959 und 1965 das Haus St. Michael, die Kirche und das Pfarrhaus zu einem Seelsorgezentrum.


Der erste Bauabschnitt umfasste das Schulungsheim. Finanzielle Zuschüsse von Bund, Land Hessen, Stadt und Landkreis Kassel sowie vom Bonifatiuswerk, von der Katholischen Jugend und den Katholischen Männern, darüber hinaus Spenden der Pallottiner ermöglichten den Bau.


Insbesondere der damalige Diözesanmännerseelsorger P. Josef Schwan SAC engagierte sich für die Umsetzung der Pläne und Vorhaben. So war bereits am 8. Mai 1960 die Grundsteinlegung des Hauses. Am 17. Dezember 1960 konnte der große Saal als „Notkirche“ benediziert werden, so dass nunmehr für die Pfarrei ein erster eigener Raum für die Feier des Gottesdienstes zur Verfügung stand.


Am 18. März 1961 war es dann soweit: Der Bischof von Fulda, Dr. Adolf Bolte, weihte das Haus St. Michael feierlich ein. Nach einem Pontifikalamt in der „Notkirche“ segnete er alle Räumlichkeiten und übergab damit das Haus seiner Bestimmung als Diözesanschulungsheim.


Wie groß die Bedeutung dieses Hauses für die Katholiken in der Stadt Kassel und darüber hinaus war, zeigte sich an den weiteren Feierlichkeiten. So fand im Kleinen Haus des Staatstheaters unter Beteiligung des Fuldaer Domchores eine Festakademie statt, bei der Dr. Albrecht Beckel, der Direktor der Bischöflichen Akademie Münster/Westf., den Festvortrag hielt. „Katholische Bildungsarbeit im demokratischen Staat“ hieß sein Thema.


Nachdem 1964 das Pfarrhaus und 1965 die Kirche errichtet worden waren, konnte der große Saal wieder ganz für die Schulungsarbeit zur Verfügung stehen. Gleichzeitig bildeten mehrere Patres zusammen das Pallottiner-Kolleg St. Michael, wobei einer von ihnen mit der Leitung des Schulungsheimes beauftragt wurde.


Im Jahr 1990 musste jedoch die Gemeinschaft der Pallottiner aufgrund abnehmender Mitgliederzahlen den Pastoralauftrag an die Diözese Fulda zurückgeben.


Für das Haus St. Michael plante die Diözese daraufhin einen umfangreichen Umbau, wobei aus dem bisherigen großen Saal ein neuer Eingangs- und Verwaltungsbereich gebildet wurde, außerdem entstanden neu zwei Seminarräume und ein Meditationsraum.


Im Garten wurden durch einen Anbau Wohnmöglichkeiten für eine kleine Gemeinschaft von Dominikanerinnen geschaffen. Sr. Rosemarie Kirch OP übernahm die Leitung des Hauses, um insbesondere Besinnungstage und Exerzitien anzubieten.


Seit 1. Januar 1999 war Pastoralreferent Thomas Hartung mit der Leitung des Hauses beauftragt. Einher ging damit eine neue Akzentsetzung des Hauses: Die religiöse Bildungsarbeit sollte noch intensiver das inhaltliche Angebot des Hauses prägen.


Das Bildungshaus St. Michael war bis zu seinem Verkauf im Dezember 2013 ein beliebter Ort zur Fort- und Weiterbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in den Pfarreien und Pastoralverbünden, für Lehrende im schulischen Religionsunterricht und für Engagierte in den kirchlichen Verbänden und Einrichtungen.


Zudem nutzten zahlreiche Gastgruppen, vorwiegend aus dem kirchlichen und sozialen Bereich, diese Bildungsstätte mit ihren Übernachtungsmöglichkeiten (26 Zimmer mit 49 Betten), mit der hauseigenen Küche und der Entspannung im Garten. Drei Seminarräume, dazu eine Kapelle und ein Meditationsraum sowie eine Klause erlaubten ein intensives Tagen. Fast 4000 Gäste besuchten  jährlich das Bildungshaus.


Für viele Personen, die sich für den christlichen Glauben interessierten, die Gott als die innere Quelle ihres Lebens zu entdecken suchten, die auf ihrem Glaubensweg begleitet werden wollten, war das Haus St. Michael zu einem geschätzten Ort religiöser Bildung, Besinnung und Begegnung geworden.


Seit Januar 2014 wird diese inhaltliche Aufgabe unter dem Leitwort "besinnen-begegnen-bilden" mit denselben Bildungsreferenten Marianne Hartung, Ulrike Knobbe und Michael Bieling sowie der verantwortlichen Gesamtleitung von Thomas Hartung fortgesetzt im Bildungsforum Sankt Michael Kassel, nunmehr aber ohne Übernachtungsmöglichkeiten.

Anschrift:

Bildungsforum Sankt Michael

Die Freiheit 2

34117 Kassel

Tel    0561 7004170

Fax.  0561 7004150

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